
Ein Team, bestehend aus amerikanischen Forschern, hat es geschafft Labormäusen die Lust am Rauchen zu nehmen - und das mittels nur einer Spritze. Einer im Scince Translation Medicine veröffentlichten Studie zufolge, konnte Mäusen das Rauchen ganz einfach entwöhnt werden. Nach einer erfolgreichen Gentherapie haben die Versuchstiere ausreichend Antikörper produziert, um das Nikotin bereits im Blut abzufangen - bevor das Nervengift im Gehirn ankommen konnte. Dadurch wurde den Tieren die Sucht zu Rauchen und die Sucht nach Nikotin genommen.
Das US-Forscherteam des Weill Cornell Medical College spricht von einer neuartigen Form der "Impfung". Bereits eine Dosis reichte aus, um den Labormäusen die Sucht nach Nikotin zu nehmen. Die Tiere waren demnach gegen Nikotin, der im Tabak enthaltene Suchtstoff, immun. Jedoch ist der gewählte Begriff "Impfung" so nicht ganz korrekt. In Wirklichkeit handelt sich nämlich um eine klassische Gentherapie.
Diese neue Methode der Raucherentwöhnung wäre ein wahrer Durchbruch in der Suchttherapie. Lediglich drei bis sechs Prozent aller frisch gebackenen Nichtraucher, halten es bislang ein Jahr ohne Zigarette durch. Die Erfolgsquote der beliebtesten Methode zur Raucherentwöhnung liegt bei 30 Prozent. Umso vielversprechender ist nun das neu entwickelte Programm des Forscherteams rund um Ronald Crystal.
Mittels einer einzigen Spritze produziert das körpereigene Immunsystem so genannte Nikotin-Antikörper. In der Spritze enthalten sind Viren, die in das System eingeführt werden. In diesen steckt die Information des Erbguts der Nikotin-Antikörper. Diese Information wird in der Leber abgelegt. Die Leber beginnt darauf hin eigenständig diese Antikörper zu produzierenDiese sind in der Lage das Nikotin innerhalb kürzester Zeit zu mehr als 80 Prozent zu binden und zu zerstören. Lediglich 15 Prozent des Suchtstoffs konnten das Herz oder das Hirn erreichen.
"Diese Pacmans im Blut auf Patrouille zu schicken, ist unserer Meinung nach der beste Weg,
chronischen Rauchern bei der Entwöhnung zu helfen", so der Forschungsleiter Crystal.
Das Blut wird daher gesäubert, bevor das Nikotin irgendeinen relevanten Einfluss auf den Körper hat.
Die Forschung steckt zwar momentan noch in den Kinderschuhen, doch Experten sind sich einig, dass diese Methode zur Raucherentwöhnung tatsächlich Früchte tragen könne. Jedoch werden auch bei dieser Methode zur Raucherentwöhnung Entzugserscheinungen auftreten. Bis die Methode jedoch am Menschen versucht wird, muss die Gentherapie erst noch einige weitere Versuche mit Labormäusen und später mit Laborratten durchlaufen. Jedoch gilt für die Therapie bereits jetzt eine medizinische Grundregel: Die Gentherapie darf auf keinen Fall gefährlicher sein, als das Rauchen selbst…
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