Prostata – Wenn sich die Vorsteherdrüse gutartig vergrößert.

Von : Martin | Veröffentlicht : Monday April 23, 2012 | Veröffentlich auf : Männergesundheit | Kommentare
Wenn sich die Prostata vergrößert

In Deutschland bekommt jeder zweite Mann Probleme mit der Prostata. Dennoch gelten sowohl die Prostatavergrößerung, wie auch Krebs als Tabuthema. Spätestens ab einem Alter von 50 Jahren sind die Hälfte aller Männer von Prostataproblemen betroffen. So erkranken jährlich 58.000 Männer an einer Krankheit, welche die Prostata betrifft. 11.000 davon enden jährlich mit dem Tode. Erste Symptome sind meist häufiger Harndrang und Blasenprobleme.

Jede 4. Krebserkrankung bei Männern betrifft die Prostata. „Es ist der häufigste Tumor unter Männern“, so Jürgen Gschwend, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universität München. Probleme mit der Prostata sind ernst zu nehmen. Heutzutage gibt es gute Therapien, welche eine gutartige Prostatavergrößerung behandeln können, bei denen das Folgerisiko auf Impotenz und Inkontinenz nur sehr gering ist. Der Behandlung mit Hausmitteln und Kräuterpillen ist
skeptisch gegenüber zu treten. Oftmals bewirken die Kräuter nicht mehr, als den Placebo-Effekt.

5 Fakten über die Prostata

1. Die Prostata beschleunigt die Spermien
Die Vorsteherdrüse gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen. Sie befindet sich unterhalb der Blase am Beckenboden und umschließt die Harnröhre. Die Prostata wiegt lediglich 25 Gramm. In der Drüse laufen Harnröhre und Eileiter zusammen. Die Prostata produziert ein spezielles Sekret, welches als Nährcocktail an die Samenzellen verabreicht wird. Mineralstoffe und Enzyme, welche die Spermien beweglicher machen, werden kurz vor der Ejakulation im Hoden beigemischt. Darüber hinaus beschleunigt die Prostata das Ejakulat, in dem sich die Muskelzellen der Drüse zusammenziehen. Durch das kraftvolle herausschießen steigt die Chance auf eine Befruchtung.

2. Hormone fördern den Wachstum
Der Mann verändert sich – und so auch die Prostata. Ab 40 Jahren beginnt das Drüsengewebe zu wachsen. Der Grund, weshalb die Prostata wächst, geht auf die altersbedingte Hormonveränderung zurück. So wird Testosteron in unterschiedliche Formen gewandelt, welche die Prostata zum Wachsen anregen. Eine Variante wirkt beispielsweise östrogenähnlich und führt dazu, dass das Bindegewebe wuchert. Die Prostata sitzt im Klammergriff um die Harnröhre, was zu Reizbeschwerden und Entleerungsproblemen führen kann.

3. Symptome für eine vergrößerte Prostata
Prinzipiell lassen sich die Symptome in zwei Kategorien unterteilen. So treten bei Männern oftmals Reizbeschwerden oder Entleerungsprobleme auf.

Reizbeschwerden:
  • Häufiger Harndrang am Tag
  • Erhöhter Harndrang in der Nacht
  • Brennen beim Urinieren
  • Nach dem Wasserlassen das Gefühl, die Blase sei nicht vollständig entleert
Entleerungsstörungen:
  • Lange Dauer, bis das Urinieren beginnt
  • Schwacher oder unterbrochener Harndrang
  • Langwierige Blasenentzündung
  • Nachtröpfeln sowie Restharnbildung

Ein Urologe kann erkennen, ob diese Symptome auf eine Prostatavergrößerung zurückgehen. Der Facharzt stellt darüber hinaus fest, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung der Vorsteherdrüse handelt und kann gegebenenfalls die entsprechende Behandlung einleiten.

4. Angst vor der rektalen Untersuchung
Um eine Prostatavergrößerung frühzeitig zu erkennen, empfiehlt sich ab einem Alter von 45 Jahren eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Der Urologe führt eine rektale Untersuchung durch, um herauszufinden, ob sich die Prostata vergrößert hat. Die Untersuchung dauert lediglich ein paar Minuten. Der Arzt verwendet Gleitgel und Einweghandschuhe.

5. Kräuter oder Chemie – Welche Medikamente eignen sich?
Um eine gutartige Vergrößerung der Prostata effektiv zu behandeln, können Medikamente eingenommen oder eine Operation durchgeführt werden. Oftmals werden bei leichten Reizbeschwerden, wie erhöhtem Harndrang, natürliche Heilmittel verabreicht. Studien zeigen jedoch, dass die Wirkung nicht über den Placebo-Effekt hinausgeht. Medikamente wie Alpha-Blocker mindern Reizsymptome und rufen nur wenig bzw. geringe Nebenwirkungen hervor. Um die Vergrößerung der Prostata zu behandeln, können 5-alpha-Reduktase-Hemmer eingenommen werden. Diese greifen in den Hormonhaushalt ein und führen so zur Verkleinerung der Vorsteherdrüse. Häufige Begleiterscheinungen einer solchen Behandlung sind jedoch Impotenz oder Libido-Störungen, sowie Vergrößerung des Brustgewebes oder Gynäkomastie. Patienten sollten vor Behandlungsbeginn unbedingt auf diese Nebenwirkungen hingewiesen werden.